Interesse an internationalen Kulturthemen und -texten von Karin Henjes? Profil & Kontakt hier.

Interior Design eines lappländischen Hauses. Das Photo ist von hier. Hier die Homepage der Fotografin.
„Das Meer schaukelt in seinem Ebbeschlick wie eine leuchtend türkisfarbene Masse, und die Sonne brennt mir auf den Rücken, aber an den Schattenstellen kriecht mir die Kühle in den Leib. Wildauge wandert durch die Landschaft wie ein Tier. Ihr Gang hat wieder das gewisse Etwas aus der Nibelungensage. Diese Frau spinnt den Schicksalsfaden des Menschen. Früher dachte ich, sie sei Urdr, die Vergangenheit. Jetzt vermute ich allmählich, dass sie Verlandi ist, die Gegenwart.“
Wildauge, Köln 2015, S. 262
Im Roman „Wildauge“ von der Finnin Katja Kettu (geb. 1978) geht es um die Besatzung durch die Deutschen 1944 in Lappland. Hauptfiguren sind die einheimische Hebamme Wildauge und der deutsche Offizier Angelhurst, die einander verfallen. Hauptschauplatz ist ein Kriegsgefangenenlager.
Die Geschichte und vor allem die Sprache hat eine Wucht, die einen fast umhaut. Sie ist deftig, grob, roh, körperlich, altertümlich, elementar, mythologisch. Sie ist auch voller Pathos. In ihr wird der Krieg auf die zwischenmenschliche Ebene gehoben, auf die er gehört. Lang nicht mehr so etwas gelesen. Relevant.



“Meine neue Freundin Malun hat mich heute in ein Frauenhaus mitgenommen, wo die Frauen webten und Netze flickten (…). Ich nehme ihren abgehackten Sprechrhythmus in mich auf, den Klang ihres Lachens, ihre Kopfhaltung. Ich erfasse die Sympathien und Antipathien im Raum auf eine Weise, wie es über die Sprache nie könnte. Im Grunde behindert die Sprache die Kommunikation, merke ich immer wieder, sie steht im Weg wie ein zu dominanter Sinn. Man achtet viel stärker auf alles Übrige, wenn man keine Worte versteht. Sobald das Verstehen einsetzt, fällt so viel anderes weg. Man beginnt sich ganz auf die Worte zu verlassen, aber Worte sind eben nur bedingt verlässlich.“




Die US-amerikanische Science-Fiction- und Fantasy-Autorin 











Der „Knowledge Tree“ und die Poufs im Foto unten stammen von dem indischen Nachwuchsdesigner 

Auf rund 600 Seiten schreibt Meg Wolitzer in 