Literature (USA): Richard Powers, The Overstory/Wurzeln des Lebens

Texte über Interiors, Business und Neo-Ökologie. Profil und Referenzen
Texts about Interiors, business and neoecology. Profile and references

‘Bigger than my room in college’, Olivia says. ‘And nicer.’

Balanced on another branch just beneath, reachable by rope lander, is a smaller piece of plywood. A rain barrel, collecting jar, and and sealable bucket complete the bathroom. Six feet above them on a higher spur, another platform serves as pantry, kitchen, and den. It’s filled with water, food, tarps, and supplies. A hammock stretches out between two limbs cradles a substantial library, left here by previous sitters.

Richard Powers, The Overstory, London 2018, p. 328

Die szenische Schilderung bezieht sich auf die Wohnung in einem besetzten Mammutbaum.

Ein grandioser Roman über viele schräge, besondere, traurige, stürmische, starke, schwache, hoffnungsvolle, wütende Menschen, über die Geschichte der Bäume und Baumsorten in den USA, über Wälder, über deren Bedrohung und über den Kampf dieser Menschen um deren Rettung.

Manchmal etwas kitschig (finden andere) , manchmal langatmig (finde ich, aber das finde ich fast bei jedem Buch), am Schluss für meine Begriffe  zu verworren, aber: lesen, lesen, lesen! Allein Teil I, Roots, hat mich schon so sehr beglückt wie in den letzten Jahren wenige Bücher zuvor.

Mehr über das Buch auf Deutsch hier , Rezensionen dazu hier und ein englischsprachiges Interview mit Richard Powers im Guardian hier.

Literatur (D): Anke Stelling, Schäfchen im Trockenen

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Diesmal hatte ich einen traumhaften Küchenfußboden erwischt: Dreißiger-Jahre-Holzestrich, dunkelgrün und sehr gut erhalten.

Meine Eltern hatten so ein Sechziger-Jahre-West-PVC gehabt, grau mit grauem Schlierenmuster, dreißig mal dreißig Zentimeter große Platten ­– weshalb das Schlierenmuster ständig die Richtung änderte.

Schäfchen im Trockenen, btb 2020, Seite 7

In „Schäfchen im Trockenen“ von Anke Stelling räumt die Erzählerin Resi auf mit der Utopie der einst jugendbewegten Baby Boomer, dass Geld keine Rolle spielt. Mit viel Leidenschaft für das Schöne macht sie deutlich, wie sehr müheloser Stil an Geld gebunden ist. Preisgekrönt und vieldiskutiert. Super.

Einen Gute-Laune-Tipp habe ich auch noch: Ilona Hartmanns Alltagsbeobachtungen auf Twitter und Instagram (@ilona_hartmann).

Work in Progress: Neues Zusammenleben

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Überall dort, wo Leerstände oder Wohnungskrisen drohen, müssen wir uns vom Denken in Standards lösen. Es gilt, eine neue Offenheit zu entwickeln – für neue hybride Nutzungsformen, experimentelle Wohnmodelle und dynamische Wohnumgebungen.

Oona Horx-Strathern, Zukunftsinstitut, Home Report 2021, Seite 103

Ich habe in den letzten Wochen viel zu neuen Arten des Zusammenlebens, Einzelhandelsprojekten in der Innenstadt und Wohnentwicklungen recherchiert – unter anderem im obigen Report (ein umfassender internationaler Überblick und eine klasse Materialsammlung!)

Gerne entwickle ich eigenständige Themen, auch in Form von Porträts oder regionalisiert. Email: karin.henjes@gmx.de

Literatur (D): Leif Randt, Allegro Pastell

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„Tanja lobte das Interieur des Lokals. Die Wände waren blass mintgrün gestrichen, und an der Decke hing ein Kronleuchter, dessen Material billig erschien. Tanja behauptete, in diesem Lokal eine Art kommunistische Nostalgie zu empfinden, sozusagen stellvertretend, und das Essen war wirklich gut.“ Seite 79

Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2020/2

Etwas ernüchternd, die Liebe in dem Roman Allegro Pastell von Leif Randt. Aber angenehm unaufgeregt. Sehr schön die klare Sprache und die Dialoge.

Das Protokoll einer Liebe und das Lebensgefühl (Konsumprofil) eines jungen Webdesigners aus der hessischen Provinz und einer Schriftstellerin aus Berlin. Anregend.

Hier liest Leif Randt aus dem Buch.

Literatur (USA): George Saunders, Fuchs 8

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Fuchs 8 von George Saunders

“Ich wüsste gerne, was mit oich los is. Wi kann di selbe Sorte Tir, die die wunder schöne Mool geschaffen hat, es schaffen das Fuks 7 so aussa wi er aussa, als ich in das lezze Mal geseen hab?”

München 2019, Luchterhand, 4. Auflage

Der Fuchs ist aktuell ein beliebtes Motiv, als Schmuckstück, Kissendekor, auf Wandteppichen … Gabriela Kaiser von der gleichnamigen Trendagentur zeigt das auch in ihrem neuen Trend Book 2021/22.

Zeitgleich feiert der amerikanische Autor George Saunders mit seinem Buch “Fuchs 8” Erfolge und erfreut die Kritik. Der “Fuks” hat seine ganz eigene Rechtschreibung (die Frank Heibert  ins Deutsche gebracht hat) und hat eine wichtige Botschaft an die Menschen. Lesen.

Übrigens: Mit der Mool ist eine amerikanische Mall gemeint, die der Fuks einmal begeistert besucht hat.

Video (D): Henrike Naumann zur Ausstellung “Innenleben” im HDK

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Video zu Henrike Naumanns Installation “Ruinenwert” im Haus der Kunst.

Bis Ende März fand im Haus der Kunst in München die Ausstellung “Innenleben” statt, mit Kunstwerken internationaler Künstlerinnen und Künstler. Unter anderem sind hier auch Werke von Henrike Naumann zu sehen, die sich mit der nationalsozialistischen Geschichte des Hauses der Kunst auseinandersetzt.

Henrike Naumann (die künstlerisch viel mit Interieurs arbeitet), konnte historische Möbel aus dem Keller des Hauses der Kunst nutzen und hat die Installation “Ruinenwert” aufgebaut, die auch im Video zu sehen ist.

Digital kann man die gesamte Ausstellung “Innenleben” noch bis voraussichtlich Ende Juni 2020 hier besuchen.

 

 

 

 

 

Virtual Exhibition (D): Katharina Grosse kuratiert

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Link zur Arte Mediathek (bis 3.7.20): “Katharina Grosse kuratiert”

Die Künstlerin Katharina Grosse ist gerade sehr gefragt. Sie hat Teile der deutschen Vogue 01/20 gestaltet, ist aktuell z. B. im Museum of Fine Arts in Boston im Dialog mit einem Mural von Jackson Pollock ausgestellt und hat für die Arte-Doku-Serie “Künstlerinnen” eine virtuelle Ausstellung kuratiert.

In dem großartigen Format “Künstlerinnen kuratieren” erschaffen zeitgenössische Künstlerinnen wie Katharina Grosse virtuelle Arrangements mit Werken von anderen  Women Artists, die für sie wegweisend sind.

Mir war Katharina Grosses Kollaboration mit der Vogue zu gefällig, aber ich mag  ihren Mut zum Großen. Mir ist es auch sympathisch, dass sie gegen Ende des verlinkten Films die Frage aufwirft, ob sie und ihre Zeitgenossen Kunstkitsch machen. Sie hat auch lange als Professorin gelehrt.

Besonders gefreut hat es mich, dass Katharina Grosse in ihrer virtuellen Ausstellung die australische Künstlerin Emily Kame Kngwarereye zeigt.

 

Serie (D): Die neue Zeit

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ZDF und Julia TerjungDörteHelm,GuntaStölzl,DieneueZeit

Dörte Helm (2.v.r., Anna Maria Mühe ) und Gunta Stölzl (r., Valerie Pachner ). Foto: ZDF/Julia Terjung

“Die Inneneinrichtung also lässt nicht zu wünschen übrig. Aber der Grundriss dieses Bauhauses, der ist einfach misslungen.”

Diesem Fazit der FAZ zur sechsteiligen Serie “Die neue Zeit” um die Architekturbewegung Bauhaus schließe ich mich an. Es wäre schön, wenn die Sender ARTE/ZDF ihrem Publikum zutrauen würden, dass es auch ohne Old School Love Story Spaß daran hat, eine Serie übers Bauhaus zu sehen. Wegen der “Inneneinrichtung” (tolles Schauspiel zum Beispiel) trotzdem sehenswert. Noch bis 7.12.19 in der Mediathek.

A German serial about the design and art movement Bauhaus. Well done and performed, but with a simplified plot and a probably fictional old school love story. I warmly recommend it though because of the good performance. You find it here, in German.

Biography (USA): Nadja Spiegelman, Was nie geschehen ist/I’m supposed to protect you from all this

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Über dem Küchentisch hingen große Kindergartenmalereien, eine Hexe und ein Teufel. Im Badezimmer meiner Mutter gab es eine wunderschöne Vitrine aus Glas, die das ganze Kuriositätenkabinett aus Tonfiguren enthielt, die mein Bruder ihr geschenkt hatte. Die gesamte Wand über ihrem Schreibtisch war voller Kritzeleien.

Berlin 2018, S. 36.

Ein interessantes, positives, widerspenstiges Buch über Familienbeziehungen und die Unzuverlässigkeit der Erinnerung. Geschrieben von Nadja Spiegelman, Tochter von Francoise Mouly, Artdirektorin des New Yorker und Art Spiegelman, Comic-Autor, u. a. von Maus.

An interesting, positive, unruly book about family relations and the uncertainty of memory. Written by Nadja Spiegelman, daughter of Francoise Mouly, Artdirektorin of the New Yorker und Art Spiegelman, among others comic author of Mouse.

Inhaltsangabe des Aufbau-Verlags:

“Nadja Spiegelman erzählt mehr als ihre eigene Geschichte. Sie zeichnet die Lebenswege dreier Frauen nach, deren Schicksale kaum enger miteinander verknüpft sein könnten. Ein eindrucksvolles Debüt über die blinden Flecken in Familien, über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerung und über die Kraft des Erzählens.
Als Kind glaubt Nadja Spiegelman, ihre Mutter sei eine Fee. Ein besonderer Zauber umgibt Françoise Mouly, die erfolgreiche Art-Direktorin des New Yorker. Erst Jahre später, als Nadja allmählich zur Frau wird, bricht dieser Zauber. Immer häufiger trifft sie die plötzliche Wut der Mutter, ihre Zurückweisung, ihre Verschlossenheit. Nadja ahnt, dass sich in Françoises Ausbrüchen deren eigene Familiengeschichte widerspiegelt, und sie beginnt, der Vergangenheit nachzuspüren. In langen Gesprächen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter stößt sie auf unsagbaren Schmerz und widerstreitende Erinnerungen, aber auch auf die Möglichkeit, im Erzählen einen versöhnlichen Blick auf die Vergangenheit zu finden. Ein poetisches, zutiefst ehrliches Buch, das offenlegt, warum uns die, die wir am meisten lieben, häufig am stärksten verletzen.”