Lesetipp: Wei Hui, "Marrying Buddha"

Creazioni_shangrila20851207zDer Sessel stammt von dem Künstler und Designer Simon Ma aus Shanghai.

Eine feinsinnige, nervöses, ich-zentrierte Erzählung, in der eine chinesische junge Luxusfrau an Schauplätzen in New York und China auf der Suche nach sich selbst ist.

Ich finde das Buch von Wei Hui (Die mit „Shanghai Baby“ bekannt wurde) lesenswert, weil die Sprache interessant ist und der Roman eine Innensicht in kosmopolite junge Chinesen und Chinesinnen bietet. Politik spielt in diesem Buch, anders als in der Realität, so gut wie keine Rolle. Aber das Sofa:

Es gab ein langes schwarzes Ledersofa und einen riesigen Fernseher. Darauf standen ein Spielzeugelefant, den Muju vor dreißig Jahren aus Indien mitgebracht hatte, eine besondere Korallenart, die er vom Grund des Pazifiks herausgeholt hatte, und ein paar widerstandsfähige Topfpflanzen …

Daneben standen einige Schränkchen und Kommoden, darunter ein antikes Lackschränkchen aus Brasilien, das jeden Moment zusammenzufallen drohte.

Berlin, Ullstein 2007, S. 35

Buchtipp: Qiu Xiaolong, "Blut und rote Seide"

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Dies ist das Café eines neuen Kindermuseums für Glas in Shanghai, gestaltet von der Shanghaier Desigfirma Coordination Asia. Ziemlich düster für meine Begriffe.

Wer sich eine Vorstellung vom modernen Leben in Shanghai machen möchte, könnte den Krimi “Blut und rote Seide” von Qiu Xiaolong über eine Frauenmordserie interessant finden. Da der Oberinspektur nebenbei Chinesische Literatur studiert, kommt auch diese nicht zur kurz. Ich habe das Buch gern gelesen, bis auf die ziemlich grausamen Essens-Szenen. Interieur wird eher kurz abgehandelt:

„Er würde die Bücher heute nicht aufschlagen, verordnete er sich. Stattdessen nahm er eine lange, heiße Dusche, legte sich aufs Sofa, und schlief sofort ein.“

Blut und rote Seide, dtv 2011, S. 165