Literatur (D): Leif Randt, Allegro Pastell

Texte über Interiors, Business und Lifestyle. Profil und Referenzen
Texts about Interiors, business and lifestyle. Profile and references

„Tanja lobte das Interieur des Lokals. Die Wände waren blass mintgrün gestrichen, und an der Decke hing ein Kronleuchter, dessen Material billig erschien. Tanja behauptete, in diesem Lokal eine Art kommunistische Nostalgie zu empfinden, sozusagen stellvertretend, und das Essen war wirklich gut.“ Seite 79

Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2020/2

Etwas ernüchternd, die Liebe in dem Roman Allegro Pastell von Leif Randt. Aber angenehm unaufgeregt. Sehr schön die klare Sprache und die Dialoge.

Das Protokoll einer Liebe und das Lebensgefühl (Konsumprofil) eines jungen Webdesigners aus der hessischen Provinz und einer Schriftstellerin aus Berlin. Ich fand es elektrisierend aber nicht transzendierend.

Hier liest Leif Randt aus dem Buch.

Video (D): Henrike Naumann zur Ausstellung “Innenleben” im HDK

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Video zu Henrike Naumanns Installation “Ruinenwert” im Haus der Kunst.

Bis Ende März fand im Haus der Kunst in München die Ausstellung “Innenleben” statt, mit Kunstwerken internationaler Künstlerinnen und Künstler. Unter anderem sind hier auch Werke von Henrike Naumann zu sehen, die sich mit der nationalsozialistischen Geschichte des Hauses der Kunst auseinandersetzt.

Henrike Naumann (die künstlerisch viel mit Interieurs arbeitet), konnte historische Möbel aus dem Keller des Hauses der Kunst nutzen und hat die Installation “Ruinenwert” aufgebaut, die auch im Video zu sehen ist.

Digital kann man die gesamte Ausstellung “Innenleben” noch bis voraussichtlich Ende Juni 2020 hier besuchen.

 

 

 

 

 

Virtual Exhibition (D): Katharina Grosse kuratiert

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Grosse

Link zur Arte Mediathek (bis 3.7.20): “Katharina Grosse kuratiert”

Die Künstlerin Katharina Grosse ist gerade sehr gefragt. Sie hat Teile der deutschen Vogue 01/20 gestaltet, ist aktuell z. B. im Museum of Fine Arts in Boston im Dialog mit einem Mural von Jackson Pollock ausgestellt und hat für die Arte-Doku-Serie “Künstlerinnen” eine virtuelle Ausstellung kuratiert.

In dem großartigen Format “Künstlerinnen kuratieren” erschaffen zeitgenössische Künstlerinnen wie Katharina Grosse virtuelle Arrangements mit Werken von anderen  Women Artists, die für sie wegweisend sind.

Mir war Katharina Grosses Kollaboration mit der Vogue zu gefällig, aber ich mag  ihren Mut zum Großen. Mir ist es auch sympathisch, dass sie gegen Ende des verlinkten Films die Frage aufwirft, ob sie und ihre Zeitgenossen Kunstkitsch machen. Sie hat auch lange als Professorin gelehrt.

Besonders gefreut hat es mich, dass Katharina Grosse in ihrer virtuellen Ausstellung die australische Künstlerin Emily Kame Kngwarereye zeigt.

 

Serie (D): Die neue Zeit

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ZDF und Julia TerjungDörteHelm,GuntaStölzl,DieneueZeit

Dörte Helm (2.v.r., Anna Maria Mühe ) und Gunta Stölzl (r., Valerie Pachner ). Foto: ZDF/Julia Terjung

“Die Inneneinrichtung also lässt nicht zu wünschen übrig. Aber der Grundriss dieses Bauhauses, der ist einfach misslungen.”

Diesem Fazit der FAZ zur sechsteiligen Serie “Die neue Zeit” um die Architekturbewegung Bauhaus schließe ich mich an. Es wäre schön, wenn die Sender ARTE/ZDF ihrem Publikum zutrauen würden, dass es auch ohne Old School Love Story Spaß daran hat, eine Serie übers Bauhaus zu sehen. Wegen der “Inneneinrichtung” (tolles Schauspiel zum Beispiel) trotzdem sehenswert. Noch bis 7.12.19 in der Mediathek.

A German serial about the design and art movement Bauhaus. Well done and performed, but with a simplified plot and a probably fictional old school love story. I warmly recommend it though because of the good performance. You find it here, in German.

Fiction (USA/Los Angeles): Paul Beatty, der Verräter/The Sellout

Ich schreibe für Sie über Design, Ökonomie und Literatur. Kontakt und Profil hier.
I write for youbabout design, economy and literature. Contact and profile here.

 

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Orte wie Sedona, Arizona, haben einen Energie-Vortex, einen heiligen, mystischen Ort, der Besuchern ein Gefühl der Verjüngung und der spirituellen Erweckung bescherte, und L.A. hat offenbar diverse Rassismus-Vortexe. Orte, an denen man von tiefer Melancholie und einem Gefühl ethnischer Wertlosigkeit erfüllt wird. Orte wie die Standspur des Foothill Freeway, auf der nicht nur das Leben Rodney Kings in eine Abwärtsspirale geriet, sondern in gewisser Weise ganz Amerika mit seiner arroganten Auffassung von Fairplay.“

München: Luchterhand 2015, S. 157 f

Ich ahne, dass dieses Buch grandios ist, aber um ihm gerecht zu werden, müsste ich mich professionell damit befassen. Und so geht es mir wie einer Bloggerin (deren Seite ich leider gerade nicht mehr finde). Sie schreibt, dass sie beim Lesen des Buchs das Gefühl hatte, eine Party finde statt, aber sie müsse leider draußen bleiben.

Nicht umsonst spricht schreibt Dennis Pohl in seiner „Spiegel“-Rezension zu „Der Verräter“ von einer Überforderung. Der Roman – für den der Amerikaner Paul Beatty mit dem Man Booker Prize 2016 ausgezeichnet wurde – ist tatsächlich etwas für Menschen mit sehr viel Auffassungsgabe und noch mehr amerikanistischem Detailwissen in jeder erdenklichen Disziplin.

Der Verlagstext zum Buch:

Dickens, ein Vorort von Los Angeles, ist der Schandfleck der amerikanischen Westküste: verarmt, verroht, verloren. Zugleich ist es der ganze Stolz seiner schwarzen Einwohner, eine Bastion gegen die weiße Vorherrschaft. Hier zieht der Erzähler von ‚Der Verräter‘ friedlich Wassermelonen und Marihuana. Doch als sein bürgerrechtsbewegter Vater durch Polizeigewalt stirbt und die Gentrifizierung den gesamten Vorort auszuradieren droht, wird er unversehens zum Anführer einer neuen Bewegung: Mit seinem Kompagnon Hominy, alternder Leinwandheld aus “Die kleinen Strolche”, führt er Sklaverei und Rassentrennung wieder ein … Eine bissige, kühne Satire über eine Gesellschaft, die ihre ethnische Spaltung noch lange nicht hinter sich gelassen hat.“

Mir bleibt es also, das Buch zu empfehlen an Leserinnen, die sich in eindimensionalen Büchern langweilen und auf eine größere Herausforderung aus sind. Am besten gut ausgestattet mit der Zeit und Muße, die vielen popkulturellen Anspielungen nachzugoogeln und grandiose Sätze nachwirken zu lassen (mich hat fasziniert, wie spielend Paul Beatty mythische Räume erschafft, s. o.)

Und noch ein Rat an diejenigen, die es nicht mögen, wenn ein Buch in groteske Szenen abgleitet: Abwege in Kauf nehmen für Sätze wie oben.

This is a great book, but difficult to read. I was very impressed how Paul Beatty creates mythical space in the middle of ugliness, pop and racism. What a fantastic mind!

Danke an das Presseteam von Luchterhand für das Rezensionexemplar!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Art (DEU): Raphaela Vogel

Design, Ökonomie, Living: Kulturelle Positionen, ausgewählt von Karin Henjes. Profil und Kontakt hier.
Design, Ökonomie, Living: Cultural positions selected by Karin Henjes (Germany): profile & contact here.

Eigentlich sind mir die Installationen und Filme der international bekannten, deutschen Künstlerin Raphaela Vogel etwas zu plakativ, aber ich finde sie dennoch extrem wichtig: Sie nimmt ihre Videos mit Drohnen auf, zeigt die fliegenden Kameras in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit und bringt sie  auf die Agenda der Kunstgemeinde.

According to my point of view, the installations and films of the internationally renowned German (Franconian) artist Raphaela Vogel are a bit too striking, but I still consider her as very important: She produces her videos with quadrocopters, shows those in all their monstrosity and thus places them on the the agenda of the art community.

 

Source

Ich sah Raphaela Vogels Kunst im  Kunstpalais in Erlangen. Im Moment werden dort noch bis zum 7.10.18 in der Ausstellung Heavy Metal Erntedank Arbeiten von Absolventinnen der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg gezeigt, wo Raphaela Vogel unter anderem auch studierte.

I saw Raphaela Vogel’s art in this art museum, the Kunstpalais in Erlangen. Right now, they show works of young artists that studied at the same academy (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) as Raphaela Vogel once did: Heavy Metal Erntedank.

Fiction (Japan): Sayaka Murata, Die Ladenhüterin/Film (Deutschland): In den Gängen

9783351037031

„Unablässig erklang in mir die Stimme des Konbini. Seine Wünsche und Bedürfnisse durchströmten mich. Nicht ich sprach, sondern der Konbini sprach aus mir. Ich gab lediglich seine Offenbarung weiter.“

Die Ladenhüterin, Berlin 2018, S. 142

Ich hatte Durststrecken, weil die Begrenztheit der Erzählerin anstrengt, fand es aber perfekt gemacht und auf seine Art horizont-erweiternd.

In „Die Ladenhüterin“ wird die Geschichte der jungen Keiko Furukura erzählt, die als Beschäftigte in einem japanischen Minimarkt (Kombini) ihre Bestimmung findet. Ein Roman für den internationalen Literaturkanon. Er bildet einen Mikrokosmos im zeitgenössisches Japan ab und macht die Psyche einer teilweise gefühlsblinden, zugleich aber sensiblen und autistischen Persönlichkeit erfahrbar.

Im übergeordneten Sinn ist Sayaka Muratas preisgekrönter Roman eine Nahaufnahme der heutigen gewinnorientiert durchgetakteten, zutiefst prägenden Arbeits- und Konsumwelt der reichen Länder. Ein Stück Keiko steckt in allen von uns, wenn wir an unserem Arbeitsplatz sind.

Das Buch lässt sich sehr schön im Zusammenhang mit Hermann Melvilles Erzählung „Bartleby, The Scriverner“ (USA) und mit Amelie Nothombs Roman „Mit Staunen und Zittern“ (BEL) lesen.

Ergänzung 4.6.2018: Eine wunderbare Erweiterung des Themas, diesmal mit dem deutschem Mikrokosmos eines Großmarkts: der Film “In den Gängen” von der Biennale 2018.