Buchtipp: Klaus Modick, Konzert ohne Dichter

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Das Gemälde „Sommerabend“ (1905; Foto von hier) von Heinrich Vogeler, auf dem Rilke fehlt.

„Er hat dieses Buch ausgeschmückt (…) – ein Formenreichtum, der nach Farben schreit, nach giftigen, süßen, einschmeichelnden aufreizenden Farben. Im Aufbau sind die Blätter zwar organisch, doch der Rhythmus der Flächen formt eine geschlossene, exklusive Welt. Nirgends öffnet sich ein Horizont, nirgends ein Durchblick, nirgends eine neue Perspektive. Nirgends Freiheit. Ein schöner Vorhang, der die Wirklichkeit verbirgt, eine Mauer, die das Leben ausschließt.“

Klaus Modick, Konzert ohne Dichter, Köln 2015/16, S. 155

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Und jetzt, anlässlich der vergangenen Kölner Möbelmesse, etwas zum Thema Design und Gestaltung.

Wie ein lauschiger Lese-Spaziergang mutet Klaus Modicks „Konzert ohne Dichter“ (spielt im Juni 1905) über die Beziehung des Gestalters und Künstlers Heinrich Vogeler und des (in diesem Buch als ziemlich fordernd und unsympathisch charakterisierten) Dichters Rainer Maria Rilke an.

In dieser fiktiven Biographie liest man aber auch das Psychogramm eines erfolgreichen Gestalters, der in der Gebrauchskunst zu ersticken droht. Ein paar Jahre später bricht er dann ja auch politisch aus.

Und hier noch eine Sofa-Dreingabe frisch von der Möbelmesse, die zum üppig-sinnlichen Lifestyle von anno dazumal passt: “Cover” von Ligne Roset (Design: Marie-Christine Dorner).cover_1_01

imm cologne 2015: Kölner Sofas und Bücher – Sofas and Books

Wenn es nach den Möbelmenschen geht, dann bleiben uns physische Bücher erhalten. Vor allem die Italiener haben auf der Kölner Möbelmesse (imm cologne, geht noch bis morgen, 25.01.2015) fleißig Bücher dekoriert. Kürzlich las ich, dass die Digital Natives erstaunlich oft zu gedruckten Büchern greifen. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, massenhaft für gedruckte Bücher einzutreten? Also für das geniale Book-Book?

Colico

Colico

Vitra

Vitra

Frigerio

Frigerio

Verzelloni

Verzelloni

Galotti&Radice

Galotti&Radice

ipDesign

ip Design Ätsch. Die Bücherregale im Hintergrund sind eine Tapete. Aber mit dem Bücherstapel davor zeigt dieser deutsche Anbieter, dass es ihm ernst ist.

RichardLampert

Richard Lampert

Muss man noch dazu schreiben, dass Grau eine Trendfarbe ist? Bonjour Tristesse.